Der Jahresbeginn 2026 ist für das Solidaritätsnetz Bern geprägt von intensiven Begegnungen, wichtigen Diskussionen und kommenden Veranstaltungen. Wir blicken zurück auf unsere Beteiligung an der Tour de Lorraine und geben einen Überblick über anstehende Termine, aktuelle Aufrufe sowie Entwicklungen in der Migrationspolitik in der Schweiz und Europa.
Wichtige Termine
Schon jetzt können zwei zentrale Daten vorgemerkt werden:
Jahresversammlung des Solidaritätsnetzes Bern
13. April 2026
Kino der Reitschule, Bern
Soliparty 2026
15. Mai 2026
Dachstock der Reitschule, Bern
Weitere Informationen folgen zu gegebener Zeit. Wir empfehlen, die Termine bereits jetzt einzuplanen.
Rückblick: Tour de Lorraine
Am 24. Januar veranstaltete das Solidaritätsnetz Bern im Rahmen der diesjährigen Tour de Lorraine einen Workshop zum Thema Solidarität in der Nothilfe. Der Anlass fand in der VoKü des Q-Hofs statt und stiess auf grosses Interesse. Der Raum war bis auf den letzten Platz gefüllt.
Nach einer kurzen Einführung wurden zwei Kurzfilme gezeigt, darunter „ESCAPE – A brief statement against asylum system in Switzerland“. Im Anschluss berichteten direkt betroffene Personen über Isolation und die Lebensbedingungen in oft abgelegenen Rückkehrzentren im Kanton Bern. Der Abend endete mit einem moderierten Workshop, der den Austausch und die gemeinsame Reflexion förderte.
Wir danken allen Beteiligten und Teilnehmenden für ihr Engagement.
Soliznacht im Februar
Auch im Februar findet wieder eine Soliznacht in der Brasserie Bern statt. Die monatliche Soliznacht bietet Raum für Begegnung, Solidarität und gemeinsames Essen. Auf dem Menü steht dieses Mal wärmendes Risotto, passend zu den winterlichen Temperaturen.
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Februar 2026 ab 18:00 Uhr
Brasserie Bern
Die Soliznacht findet jeweils einmal pro Monat an einem Montag statt. Informationen und Anmeldung werden über den Newsletter und die sozialen Medien bekanntgegeben.
Was uns bewegt
Aufruf Ins-Safe
Das Migrant Solidarity Network sucht Personen, die sich gegen die zermürbende Isolation in Rückkehrzentren engagieren möchten. Gesucht werden Menschen für regelmässige Besuche im Rückkehrzentrum Gampelen. Die Treffen finden jeweils am Mittwochnachmittag gemeinsam mit Bewohner:innen des Zentrums statt und setzen auf Begegnung, gegenseitige Unterstützung und solidarischen Widerstand.
Tagung Flucht und Traumata
Am 17. Februar bieten die Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn eine Tagung zum Thema Flucht und Traumata an. Thematisiert werden unter anderem die Entstehung von Fluchttraumata sowie Möglichkeiten, Betroffene kompetent zu unterstützen.
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Februar 2026, 09:00 bis 15:00 Uhr
Haus der Kirche, Altenbergstrasse 66, Bern
Rundherum: Migrationspolitik in Europa
Geld gegen Abschottung
Die Europäische Union verfolgt weiterhin eine Politik der Migrationsverhinderung. Seit dem Abkommen mit Tunesien im Jahr 2023 sind 164 Millionen Euro aus EU-Mitteln geflossen. Weitere 900 Millionen Euro sind vorgesehen, sofern die Abschottung des Mittelmeers als erfolgreich gilt. Menschenrechtsverletzungen bleiben dabei weitgehend unbeachtet. Die Zeitung taz beleuchtet die Hintergründe und Folgen dieses Abkommens.
Salamitaktik aus dem Aargau
Auch innerhalb der Schweiz werden restriktive Forderungen lauter. Der Aargauer Sozialdirektor Jean-Pierre Gallati schlug vor, individuelle Prüfungen im Asylverfahren durch pauschale Entscheide nach Herkunftsland zu ersetzen. Zusätzlich soll Entwicklungshilfe an Rückführungen geknüpft werden. Der Vorschlag stösst auf breite Kritik.
Zuversicht aus Spanien
In Spanien zeigt sich, dass solidarischer Druck Wirkung entfalten kann. Nach anhaltendem Engagement antirassistischer Bewegungen plant die Regierung die Legalisierung von bis zu 500’000 Menschen ohne geregelten Aufenthaltsstatus. Dieser Regularisierungsprozess setzt ein wichtiges Gegenzeichen zur vorherrschenden europäischen Migrationspolitik. Das Magazin Jacobin hat die Initiative näher analysiert.
Gemeinsam und solidarisch
Solidarität zu leben ist eine alltägliche Aufgabe. Wir laden dazu ein, Teil unseres Vereins zu werden und sich gemeinsam gegen schrittweise Verschärfungen in der Migrationspolitik zu engagieren. Wir wünschen einen solidarischen Monat voller Verbundenheit und Zuversicht.